Autor der Bestseller »Weniger Steuern & mehr Vermögen« und »GmbH gründen«
Hier ist meine Formel für ein steuerlich optimales Geschäftsführergehalt:
Steuerlich optimales Gehalt = (Lebenshaltungskosten + Puffer) × Steuerfaktor + KV/PV-Beiträge
Wenn du diese vier Komponenten sauber bestimmst, zahlst du privat nicht mehr Steuern als nötig und kannst die Steuervorteile deiner GmbH voll nutzen.
Wichtig: Diese Formel funktioniert nur, wenn du eine Holdingstruktur hast oder deine Operativ-GmbH wie eine Holding nutzen kannst.
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Inhaltsverzeichnis
1. Persönlichen Kapitalbedarf bestimmen
Da die persönliche Einkommensteuer regelmäßig höher ist als die Besteuerung innerhalb der GmbH, sollte dein privates Einkommen den tatsächlichen Konsum nicht deutlich übersteigen.
Zum persönlichen Bedarf gehören sämtliche Lebenshaltungskosten, also alles, was privat verbraucht wird.
Vermögensinvestitionen, etwa in Aktien, ETFs oder Immobilien, sollten mit dem Kapital der GmbH/Holding bestritten werden (z. B. über Gesellschafterdarlehen) und nicht aus dem persönlich versteuerten Einkommen.
Hast du neben dem GF-Gehalt noch weitere Einkünfte, benötigst du entsprechend weniger Gehalt aus der GmbH. Diese Einkünfte kannst du somit von der obigen Formel abziehen.
2. Sicherheits-Puffer einplanen
Plane einen Puffer für ungeplante Ausgaben ein.
Faustregel: 10–20 % der Lebenshaltungskosten
Je besser du deine privaten Ausgaben kennst, desto kleiner kann der Puffer sein. Fühlst du dich mit einem größeren Puffer wohler, dann nur zu.
Um jederzeit liquide zu bleiben und privat auf größere Beträge zurückgreifen zu können, empfiehlt sich ein Rahmendarlehen von der GmbH, auch wenn es gerade nicht benötigt wird.
Dieses Rahmendarlehen funktioniert wie eine Kontokorrentlinie von deiner GmbH: Du kannst dann bei Bedarf jederzeit von der GmbH ein Darlehen an dich auszahlen.
3. Steuerfaktor ermitteln
Deinen Konsum finanzierst du aus versteuertem Einkommen. Deshalb musst du dein benötigtes Netto auf ein entsprechendes Brutto hochrechnen.
Das gelingt entweder über einen Einkommensteuerrechner (wie den des Bundesfinanzministeriums) oder über praxisnahe Richtwerte:
| Lebensunterhalt + Puffer (Netto) | Zu versteuerndes Einkommen (Brutto) | Durchschnittssteuersatz | Steuerfaktor |
|---|---|---|---|
| 60.000 € | 85.000 € | 30 % | 142 % |
| 80.000 € | 120.000 € | 33 % | 150 % |
| 100.000 € | 155.000 € | 35 % | 155 % |
| 150.000 € | 240.000 € | 38 % | 160 % |
Beispiel: Benötigst du 80.000 € netto pro Jahr, brauchst du rund 120.000 € zu versteuerndes Einkommen. Der Steuerfaktor beträgt somit etwa 150 %.
4. Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigen
Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind unbegrenzt als Sonderausgaben abzugsfähig. Du zahlst sie somit aus deinem unversteuerten Einkommen.
Addiere diese Beiträge deshalb auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen.
Fazit: Vermeide den klassischen Gehaltstrugschluss
Wenn mich jemand fragt: „Wie hoch darf mein Geschäftsführergehalt sein“, dann ist das die falsche Frage.
Das fragt nur jemand, der keine Holdingstruktur hat und für den das Gehalt noch die günstigste Option ist, die Gewinne auf die private Seite zu ziehen.
Klüger ist:
- privat nur so viel verdienen und versteuern wie nötig
- Vermögen innerhalb der GmbH- und Holdingstruktur aufbauen
- Gehalt strategisch statt emotional festlegen
Hier findest du meinen steueroptimierten GF-Anstellungsvertrag speziell für von der Sozialversicherung befreite Gesellschafter-Geschäftsführende.
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